In Gröpelingen wurde ein Weg nach Heinz de Vries benannt

Ein streitbarer Bürger

Zwischen der Lindenhof- und Königsbergerstraße ist ein Weg nach Heinz de Vries benannt worden. De Vries war streitbarer Bürgeraktivist, ein Kommunist und ein echtes Gröpelinger Original.

„Mit der Benennung der Wegverbindung soll an den 1997 verstorbenen Heinz de Vries erinnert werden, der ein Gröpelinger Original war“, berichtet Ortsamtsleiter Hans-Peter Mester. Kritisch und und diskussionsfreudig habe er jede Beiratssitzung bereichert, stadtteilgeschichtliche Rundgänge organisiert und als stadtteilbekannte Person gegolten, die sich vor allem für die Belange der Arbeiterschaft einsetzte und zu jedem lokalen Thema ein treffendes Urteil bereit hatte, das er sehr intensiv und eindringlich vortragen konnte.

Heinz de Vries wurde am 6. April 1923 in Emden als Sohn eines Hafenarbeiters und einer Fischpackerin geboren. Sein Vater wurde als KPD-Abgeordneter verhaftet und saß 1933 gemeinsam mit Willy Hundertmark im KZ Sonnenburg und später im KZ Neuengamme.
Nach sechsjähriger Schulausbildung fuhr Heinz de Vries zur See, wurde an Bord als Koch eingesetzt. Als er im März 1945 an Bord eines Bergungsschiffes in Stettin zum Volkssturm eingesetzt werden sollte, gelang ihm die Flucht zur Roten Armee. 1949 ließ er sich in Bremen nieder und wurde Hafenarbeiter. Der Kommunist Heinz de Vries wurde wegen Mitorganisation des Hafenarbeiterstreiks entlassen, fand aber neue Beschäftigungen beim Bau der Norddeutschen Hütte, bei der AG Weser und bei Klöckner.

Nach seiner Frühverrentung 1976 galt sein Engagement verstärkt dem Erhalt des oberen Lindenhofviertels. Er wurde streitbarer Bürgeraktionär im Beirat Gröpelingen, ein Beiratsmitglied ohne Mandat. Er engagierte sich entschieden gegen die Schließung der AG Weser und für die Rechte der Arbeiter. Nach Erklärung der Lindenhofquartiers zum Sanierungsgebiet gehen Lärmschutzmaßnahmen auf seine Initiative zurück. Heinz de Vries engagierte sich zudem vehement gegen den Bau eines Zementwerks im Stadtteil. Das Konterfei von ihm hängt heute übrigens als Teil eines Gröpelingen-Plakates im Ortsamt.

Weser-Report, 27.12.2006

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